
18.09.10: Nützliche und erprobte Strategien, damit das Leben einfacher wird.
19.09.10: Wie helfe ich meinem Hund, entspannter zu sein?
09/10.10.10: Positive Ansätze zur Lösung von Problemen.
11. - 16.10.10: Vom Mantrailing über die Revierarbeit bis hin zu Denk- und Hirnherausforderungen.

Zuerst wurde bei meinem Labrador Jazz Milzkrebs festgestellt und nur wenige Tage nach der Diagnose ist er am 3. April friedlich in meinen Armen eingeschlafen. Ich bin Jazz für ewig verbunden und dankbar für die dreizehn wunderschönen Jahre, die wir miteinander geniessen durften. Er hat mich durch viele Stationen meines Lebens begleitet, mir neue Wege gezeigt und mich dahin geführt, wo ich jetzt bin. Jazz, du warst ein wunderbarer Lehrer und ein treuer und lieber Begleiter, manchmal eigensinnig, mit deinem sturen Labradorkopf und doch immer offen und ausgleichend, stets für Zufriedenheit besorgt. Ohne dich gäbe es diese, meine Hundeschule nicht. In ihr und in meinem Herzen wirst du immer einen grossen Platz haben. Ruhe dich aus auf der grossen Wiese, ich weiss, dass du mich als Licht von dort begleitest.
Nach einer langen Zeit des Suchens konnte ich in der Industrie in Maienfeld ein Objekt mit zwei Wohnungen erwerben. Damit kann ich mir einen grossen Traum erfüllen. Reny, die zweite Hälfte unseres NF Teams übernimmt mit ihrer Familie die eine Wohnung, ich die andere und die Halle, die dazu gehört, bauen wir zu unserem Ausbildungszentrum um. Lange Zeit war ich unsicher, ob ich diesen Schritt wagen soll. Als ich voller Zweifel war, bin ich auf Anraten von Reny nochmals zu dem Gebäude gegangen und habe mich an eine der Birken gelehnt. Ich habe dich, Jazz gebeten, mir eine Antwort zu schicken und kaum hatte ich diese Frage zu dir geschickt, hat sich ein einziger Sonnenstrahl gezeigt, der mich und das Gebäude an diesem trüben Tag getroffen hat. Ich habe es als ein Zeichen von dir angenommen.
Die Verhandlungen waren zäh und die Auflagen, die zu erfüllen sind, schienen unerfüllbar. Irgendwann trat ein weiterer guter Helfer in Form eines Architekten in mein Leben. Der Zufall (es fällt zu) wollte es, dass dieser Architekt an meinem alten Wohnort etwas reparierte. Ich fragte ihn, ob er sich für einen solchen Auftrag interessieren könnte. Eigentlich hatte ich keine Absicht damit, denn ich hatte einen anderen, einen dynamischen und jungen Architekten im Auge. Als sich dies als nicht so dynamisch erledigte, erinnerte ich mich an diesen besagten Architekten. Er war von Anfang an voller Begeisterung und hat meine Vision auch ein wenig zu seiner Vision gemacht.
Es folgte eine weitere schwierige Zeit mit Problemen beim Umzug und vielen weitern Unannehmlichkeiten. Genau in diese Zeit kam auch die Nachricht, dass Derwisch, mein elfjähriger Tibeter, an schwerem Lymphkrebs erkrankt ist und keine sehr gute Prognose hat. Nach dem ersten Schock entschieden wir uns, keine Behandlungen vorzunehmen, sondern darauf zu achten, dass Derwisch eine möglichst schöne Lebensqualität geniessen darf. Ich bin dankbar, dass er immer noch bei mir ist und es ihm den Umständen entsprechend gut geht.
Zurück zum Umbau. Der grosse Umbau begann am 16. November. Sie würden aus dem Staunen nicht herauskommen, wenn Sie sähen, wie weit wir inzwischen sind. Ende der nächsten Woche wird bereits gemalt und wenn alles nach Plan verläuft, ist der gesamte Umbau Mitte Dezember abgeschlossen. Dies verdanke ich Luzi Hartmann, unserem Architekten und den vielen Handwerkern, die wirklich aussergewöhnliches geleistet haben. Viele von ihnen standen morgens um sechs Uhr in der Halle und teilweise wurde erst gegen 22 Uhr das Licht gelöscht. Und trotz der intensiven Arbeit waren alle stets freundlich, lachend und pfeifend bei der Arbeit. Diese gute Energie, diese Freude ist für mich ein wunderbares Geschenk und für das Zentrum der Start in eine gute Zukunft. Wir freuen uns, dass wir ab Januar 2010 unsere Kurse in unserem NF Ausbildungszentrum werden anbieten dürfen.
Flairo wurde anfangs November 17. Er geniesst sein Leben auf seine Weise, viel schlafend und wenn wach, dann "trottet" er oft in seiner ihm eigenen Art durch die Gegend, bis ihn ein Geruch anzieht. Die Nase ist das Sinnesorgan, das noch voll und ganz funktioniert, was er mir auch während der Läufigkeit von Sanaya deutlich gezeigt hat. Alter schütz vor Torheit nicht!
Sanaya ist inzwischen schon 19 Monate. Sie hat sich zu einem wunderbaren jungen Hund gemausert, vif, intelligent und immer darauf bedacht, allen im Umfeld viel Freude zu bereiten. Ihre Leichtigkeit steckt an, ihre Lebensfreude ist ein Geschenk und ihre Art, wie sie in ihren jungen Jahren mit Herausforderungen umgeht, finde ich faszinierend.
Wir blicken auf ein intensives Jahr zurück in dem wir wiederum enorm viel von unseren eigenen Hunden lernen durften. Auch die Begegnungen mit euch, unseren Kunden, waren für uns stets bereichernd. Wir danken von Herzen für euer Vertrauen, das ihr uns entgegenbringt, eure Offenheit und eure Fragen, die uns dazu motivieren, stets weiter zu gehen und in der Entwicklung nicht stehen zu bleiben.
Ich habe erkannt, wie schwierig es ist und wie schlecht man sich fühlt, wenn man keine Wahl hat, wenn man weiss, dass es - egal was man tut - keinen Ausweg gibt. Das ist ein Gefühl, mit dem die Hunde täglich klar kommen müssen. Ich habe bei mir gemerkt, wie belastend das für meinen Körper und auch für meine mentale und emotionale Verfassung ist. Unsere Hunde stecken so viele Dinge weg, ich bewundere sie für das, was sie sind.
Ich durfte auch feststellen, dass selbst dann, wenn eine Situation ausweglos scheint, wenn man denkt es geht überhaupt nichts mehr (weder nach vorne, noch zur Seite oder nach hinten), es plötzlich Möglichkeiten gibt, die man nicht erwartet hat.
Ich wünsche mir, dass ich mich auf meinem Wege weiter entwickle und darauf achte, dass ich meine eigenen Hunde und die Hunde, mit denen ich zu tun habe, immer mit Respekt und Fairness behandle, dass ich auf ihre und auch auf meine Bedürfnisse achte und ihnen nach Möglichkeit auch Wahlmöglichkeiten biete. Ich möchte noch achtsamer sein, ihr Ausdrucksverhalten, das so fein und subtil ist noch besser verstehen. Ich möchte lernen, mir dieselben Möglichkeiten zu schenken, wie den Hunden, mir selber mehr Achtung und Wahlmöglichkeiten zu bieten, um ihnen das zu schenken, das sie sich am meisten wünschen: Lebensqualität für sich und auch für mich. "Das Wohl des Menschen ist der Segen der Tiere."